Wärmepumpe Stromverbrauch: so viel Strom braucht Ihre Wärmepumpe
Mit einer einfachen Formel schätzen Sie den Verbrauch selbst ab. Dazu Tabellen, Strompreise in Österreich und die wichtigsten Spartipps.
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe braucht so viel Strom, wie der Wärmebedarf des Hauses geteilt durch ihre Jahresarbeitszahl ergibt. Ein Haus mit 15.000 kWh Wärmebedarf und einer Jahresarbeitszahl von 3,5 kommt auf rund 4.300 kWh Strom im Jahr.
Die Formel lautet: Wärmebedarf in kWh ÷ Jahresarbeitszahl = Strombedarf in kWh. Den Wärmebedarf kennen Sie oft schon aus Ihrer bisherigen Heizung. Auf vielen Gas- und Fernwärmerechnungen steht der Jahresverbrauch in kWh. Weil ein alter Kessel nicht die gesamte Energie in Wärme umsetzt, liegt der tatsächliche Wärmebedarf meist etwas darunter.
Die Jahresarbeitszahl hängt vor allem von der Wärmequelle und der Vorlauftemperatur ab. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen nennt klimaaktiv etwa 3 bis 4, für Wasser-Wasser-Anlagen bis 6. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto besser arbeitet jede Wärmepumpe.
Stromverbrauch nach Wärmebedarf und Jahresarbeitszahl
Jährlicher Strombedarf für Heizung und Warmwasser. Eigene Rechnung nach der Formel oben.
| Wärmebedarf pro Jahr | JAZ 3 | JAZ 3,5 | JAZ 4 |
|---|---|---|---|
| 10.000 kWh | ca. 3.333 kWh | ca. 2.857 kWh | ca. 2.500 kWh |
| 15.000 kWh | ca. 5.000 kWh | ca. 4.286 kWh | ca. 3.750 kWh |
| 20.000 kWh | ca. 6.667 kWh | ca. 5.714 kWh | ca. 5.000 kWh |
Zum Vergleich: Bosch Österreich rechnet für ein Haus mit 120 m² mit 10.000 kWh Wärmebedarf im Neubau und 20.000 kWh im Altbau, davon rund 60 % Heizung und 40 % Warmwasser. Stand Oktober 2026.
Vom Stromverbrauch zu den Stromkosten
Multiplizieren Sie den Strombedarf mit Ihrem Strompreis. Bei 4.300 kWh und 21 bis 25 Cent je kWh ergeben sich rund € 900 bis 1.075 Stromkosten im Jahr (eigene Rechnung).
Ein österreichisches Vergleichsportal nennt für 2026 Haushaltsstrompreise von ca. 21 bis 25 Cent je kWh brutto. Der Klima- und Energiefonds kommt bei einem Strompreis von rund 30 Cent auf Wärmekosten von etwa 6 bis 10 Cent je kWh Wärme. Für ein Gebäude mit 14.000 kWh Wärmebedarf sind das laut Faktencheck ca. € 840 bis 1.400 pro Jahr.
Zusätzlich lohnt ein Blick auf die Netzentgelte. 2026 galt ein Sommerrabatt von 20 % auf das Netzentgelt von 1. April bis 30. September zwischen 10 und 16 Uhr. Voraussetzung waren Viertelstundenwerte aus dem Smart Meter. Ob es 2027 wieder einen gibt, erfahren Sie bei Ihrem Netzbetreiber. Für eine Wärmepumpe, die im Sommer vor allem Warmwasser bereitet, kann es sich lohnen, diese Zeiten zu nutzen.
So senken Sie den Stromverbrauch der Wärmepumpe
Vorlauftemperatur senken
Jedes Grad weniger Vorlauf verbessert die Jahresarbeitszahl. Der Sprung von JAZ 3 auf JAZ 4 spart laut klimaaktiv etwa ein Viertel der Stromkosten. Oft helfen ein hydraulischer Abgleich und einzelne größere Heizkörper mehr als ein teureres Gerät.
Warmwasser in die Mittagsstunden legen
Wer eine Photovoltaikanlage hat, kann die Warmwasserbereitung in den frühen Nachmittag legen. Das erhöht laut klimaaktiv den Eigenverbrauch. Als wirtschaftliche Größe für ein Einfamilienhaus nennt klimaaktiv 5 bis 10 kWp.
Warmwasser nicht elektrisch direkt erhitzen
Ein elektrischer Durchlauferhitzer braucht laut OÖ Energiesparverband fast dreimal so viel Strom wie Warmwasser aus der Wärmepumpe. Der Energiesparverband empfiehlt außerdem, den Speicher auf höchstens 50 °C einzustellen und ihn einmal pro Woche zum Schutz vor Legionellen auf über 60 °C zu bringen.
Tarif und Zähler prüfen
Ein separater Wärmepumpenzähler kostet laut Bosch Österreich ca. € 90 im Jahr. Bei einem Verbrauch von 5.000 kWh muss der Wärmepumpentarif also knapp 2 Cent je kWh günstiger sein, damit sich der zweite Zähler auszahlt (eigene Rechnung).
Stand Oktober 2026. Strompreise und Netzentgelte ändern sich; maßgeblich ist Ihr Tarif.
Wie sich die Stromkosten in die Gesamtkosten einfügen, zeigt das Rechenbeispiel auf der Startseite. Was die Luftwärmepumpe selbst kostet, lesen Sie unter Luftwärmepumpe Kosten.
Fragen zum Stromverbrauch der Wärmepumpe
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?
Im Beispiel von Bosch Österreich für ein Haus mit 120 m² braucht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Neubau rund 2.857 kWh und im Altbau rund 5.714 kWh Strom pro Jahr, jeweils für Heizung und Warmwasser. Ihr eigener Wert hängt vom Wärmebedarf und von der Jahresarbeitszahl ab.
Was ist die Jahresarbeitszahl?
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist das Verhältnis von abgegebener Wärme zu verbrauchtem Strom über ein ganzes Jahr. Eine JAZ von 4 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme werden. klimaaktiv nennt eine JAZ von mindestens 3 als Ziel.
Lohnt sich ein eigener Zähler für die Wärmepumpe?
Ein zweiter Zähler kostet laut Bosch Österreich ca. € 90 pro Jahr extra. Er lohnt sich, wenn der Wärmepumpentarif so viel günstiger ist, dass die Ersparnis diese Mehrkosten übersteigt. Rechnen Sie mit Ihrem geschätzten Verbrauch und den Tarifen Ihres Anbieters nach.
Braucht die Wärmepumpe im Winter viel mehr Strom?
Ja, der Großteil des Jahresverbrauchs fällt in der Heizsaison an. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe arbeitet bei kalter Außenluft zudem weniger effizient. Deshalb ist die Jahresarbeitszahl der richtige Wert für die Kostenrechnung, nicht ein einzelner Messwert aus dem Datenblatt.
Weniger Strom durch gute Planung
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